Thaiboxen ist eine der ältesten und auch härtesten Kampfsportarten. 

Die Thailänder sind ein freundliches und hilfsbereites Volk, ausgeglichen und zielorientiert. Diese Zielstrebigkeit äussert sich auch bei ihrem Nationalsport "Muay-Thai".

Was ist Muay Thai?


Es gab wenige Vertreter anderer Kampfkünste, die in der Lage waren, einen Thaiboxer im Kampf zu besiegen. Doch woran lag es, dass die Thaiboxer in den meisten Fällen die Sieger waren? In anderen Kampfsportarten gab es doch auch Faust, Fuß, Knie und Ellenbogentechniken! Ein Hauptgrund für die Überlegenheit des Muay-Thai (Thaiboxen) ist das intensive Training! Ein Thaiboxprofi trainiert 2- bis 3 Mal täglich, darunter Joggen, Schwimmen, Gerätetraining bis hin zum Sparring. Bisher kann kaum ein vergleichbares Training in anderen Kampfsportarten beobachtet werden. In anderen Kampfsportarten gibt es weniger Kämpfer, die wirkliche Profis sind. Viele arbeiten neben ihrem Training, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Bei den Thais ist dies meist nicht der Fall. Für sie ist Muay Thai die einzige Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Manche junge Thais leben von Beginn ihrer Trainingszeit in Camps und teilen das Dach mit anderen Kämpfern. Ein Teil der Kampfgewinne fliesst in die Schule. Im Gegenzug wird für die Kämpfer ausreichend gesorgt. Eine weitere Begründung für die Überlegenheit des Muay-Thai ist auch die Tatsache, dass unnötige Bewegungen bewusst vermieden werden. Im Krieg mit Nachbarvölkern herrschte oft Mangel an "guten Waffen". So mussten sich die Thais im Zweikampf durchzusetzen. Nur nützliche Techniken konnten sie einsetzen um zu überleben! Dies zeigte sich auch in Vergleichskämpfen mit Kämpfern anderer Kampfkünste. Diese Kämpfe dauerten oft nur eine Runde. Die Europäer mussten bald die Erfahrung machen, dass die Trainingsmethoden der Thailänder weit fortgeschrittener waren. So wurde klar, dass das Trainingssystem der Thais übernommen werden musste um ein guter und letztlich siegreicher Thaiboxer zu sein! Die Zusammenarbeit mit den Thailändern hat den Fortschritt des Muay-Thai in Europa weit vorangetrieben.

Wie läuft ein traditioneller Kampf ab?

Muay - Thai (Thaiboxen) ist mehr als nur ein Sport, es ist eine Kampfkunst oder besser gesagt eine über 2000 Jahre alte Kriegskunst aus Thailand. Der geistige Aspekt ist es, was eine Kampfkunst ausmacht. Und wie es bei asiatischen Kampfkünsten üblich ist, wird dieser durch viel Disziplin und Konzentration zu einer Einheit gebracht. Muay-Thai (Thaiboxen) birgt einen starken spirituellen Hintergrund. Diese geistige Basis nennt sich "RAM MUAY" (übersetzt: Boxtanz.) oder "WAI-KRUH" (übersetzt: Verneigung vor dem Trainer/Meister). Bei diesem tanzähnlichen Ritual, huldigt ein Kämpfer seinen Trainer bzw. Meister. Außerdem zollt man Respekt an Buddha und am König Rama (der König Thailands). Gleichzeitig wird während des "Rammuay" / "Wai-Kruh" der gesamte Körper physisch auf den Kampf vorbereitet. Üblich ist, dass jeder Kämpfer den "Rammuay" / "Wai-Kruh" der eigenen Schule beherrscht. Daran erkennt man, welcher Schule der Krieger/Kämpfer angehört. Wichtiger Bestandteil des Muay-Thai ist der traditionelle Kopf und Armschmuck der Thaiboxer. Man nennt sie "MONG KONG" (Kopfkranz) und "PRAJEAT" (Armbänder). Vor dem Kampf wird der "Mong Kong" vom Meister an seinen Kämpfer übergeben. Früher schrieben die Meister auch Glückwünsche darauf, um dem Kämpfer ihren und den Segen Buddhas zu übermitteln. Während dem Kampf wird der "Mong Kong" nicht getragen. 

 

Lediglich die "Prajeats" an den Armen werden auch im Kampf getragen. Sie symbolisieren Stärke und sollen vor schweren Knie und Ellenbogenschlägen schützen. Während dem Kampf spielt traditionelle Thailändische Musik dessen Rhythmus das Kampfgeschehen beeinflussen soll. Wenn sich ein Kämpfer seinen "MONG KONG" und "PRAJEAT" verdient hat, darf nur er und höhere Meister bzw. Trainer diesen berühren. Man soll sie steht's mit Sorgfalt behandeln und darf sie nicht auf den Boden legen oder gar unsachgemäss behandeln. Die Farben der Schmuckstücke fallen unterschiedlich aus.

Muay-Thai (Thaiboxen) ist mehr als nur Kampf, mehr als nur Sport und nicht nur hartes Training! Die gute Technik des Thai Boxens kann nur auf einer guten Basis wachsen. Eine ordentliche Schule sollte diesem Aspekt Rechnung tragen. Es ist nicht leicht für einen unerfahrenen Interessenten, der Muay Thai erlernen möchte, die Seriosität einer jeweiligen Schule zu erkennen. Er muss darauf achten, dass die Erfahrung eines Trainers sowie die Disziplin in der Schule vorhanden ist. Das Sportministerium in Bangkok (in Thailand), legt sehr viel Wert auf die Verbreitung der Echtheit von Muay-Thai und organisierte sich deshalb schon früh. Es entstand die I.A.M.T.F. (International Amateur Muay Thai Federation). Jedes Land vertritt diesen Weltverband mit einem Landesverband. In der Schweiz ist es der SMTV (Schweizerischer Muay Thai Verband), in welchem Contact-Thaiboxen auch Mitglied ist.

 

Der erste offizielle Ring wurde 1921 genutzt, 1929 wurden erstmals Boxhandschuhe verwendet. Davor kämpften die Krieger lediglich mit Hanfbandagen. Einen Tiefschutz gewann man durch Kokosnussschalen oder durch diverse Kissen, um zu schützen. 1945 errichtete man das erste Stadion. Es wurden verschiedene Champions in verschiedenen Gewichtsklassen ermittelt. Bald wurde ein zweites Stadion errichtet. Beide Stadions gehören heute zu den Hauptplätzen des professionellen Muay Thai. Die Kampfkunst wurde stetig weiterentwickelt. Im April 1993 wurde das damals noch nicht so bekannte Amateur Muay Thai intensiviert. Man gründete die International Muay Thai Federation (I.A.M.T.F). Sie hat volle Unterstützung vom Department of Physical Education, auch bekannt als thailändisches Bildungsministerium. Diese Organisation strebt es an, dass Muay Thai in seiner originalen Form weltweit zu verbreiten. Im Amateurbereich wurden für die Kämpfe zusätzliche Schutzausrüstungen eingeführt. Im professionellen Umfeld werden diese nicht verwendet. Hier gelten lediglich Mund- und Tiefschutz und die Boxhandschuhe. Erweiterte Ausrüstung für die Amateure sind z. B. Kopfschutz, Ellenbogenschutz, Brustpanzer und Schienbeinschutz. Durch die Gründung von Verbänden, sowohl in Thailand als auch sonst auf der Welt, wird die Kunst des Muay Thai weiterhin traditionell verbreitet.

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